Rezension zu „Wie Frau Krause die DDR erfand“

Zur Autorin:
Kathrin Aehnlich wurde in Leipzig geboren – als die Mauer noch stand. Nach einem Ingenieurstudium studierte sie am Literaturinstitut Leipzig. Sie schrieb Hörspiele, Erzählungen und ein Kinderbuch.
Nach dem Fall der Mauer arbeitet sie als Journalistin.

Inhalt:
Frau Krauses Auftrag:
Isabella Krause, die sich eigentlich nur auf eine Filmrolle bewerben wollte, soll unversehens für eine Fernsehserie Darsteller finden, die ihr Leben in der ehemaligen DDR authentisch schildern.
Im Weg stehen dabei allerdings die Konzepte, die der Münchner Filmautor, ein Wessi, im Kopf hat.
Was geschieht nun, da derjenige, der seine unreflektierten Ideen vom Leben in der DDR einem breiten Publikum darlegen möchte, permanent unzufrieden ist mit Geschichten von Menschen, die gar nicht so unzufrieden waren mit ihrer Situation?
Die sich kaum oder gar nicht an ein Leben in Diktatur, Mangelwirtschaft und Staatssicherheit erinnern können und auch wollen, weil sie damals schon ihre kleinen Fluchten hatten?
Letzten Endes scheint die Erinnerung tatsächlich mit goldenem Pinsel zu malen, wie man so schön sagt – oder?
Sie kehrt also zurück in ihr aus DDR-Zeiten bekannte Orte und findet Menschen, die sie für repräsentativ hält: eine Traktoristin, einen Stahlwerker, einen ehemaligen Staatsschauspieler und andere Gestalten.
Doch siehe da, man erfährt, dass „ein Kessel Buntes“ und das Westfernsehen die Leute wenn nicht begeistert, so doch zufrieden- und ruhiggestellt hat.
Also ähnlich wie im Westen – der Rückzug ins Private scheint hüben wie drüben funktioniert zu haben.
Im Großen und Ganzen geht es um die Problematik von Vorurteilen, und wie man mit ihnen umgeht – aufgezogen am Thema Vorurteile Ossi – Wessi.

Davon erzählt Kathrin Aehnlich mit Witz und Einfühlungsgabe.
Solides Handwerk gepaart mit witziger Ostalgie.